Freitag, 27. Juni 2014
am Kreisverkehr
Die Realität macht einen Bruch.
Zeit und Raum verbinden sich und trennen sich zur gleichen Zeit, am selbem Ort.
Die Augen verengen sich, weiten sich, verengen sich,
versuchen das Bild scharf zu stellen -
schaffen es aber nicht ganz.
Das Gehirn unterdessen hilft aus und zaubert.
Das kleine Herz macht einen Hüpfer, dann bleibt es stehen und langsam fragt es die Augen:
Was seht ihr?
Und die Erinnerung antwortet:
Ich bin mir nicht sicher, aber das wünsche ich mir.
Trugbild?!
Augen und Erinnerung paktieren.
Das Herz drängt in den Alltag zurück
und die Beine tragen den Körper treibend weiter.
Sie sind Irrungen gewöhnt und sagen deshalb aus Gewohnheit, Nein.
Könnte und Vielleicht, diese unsteten Wegbegleiter,
verschwenden erneut Energie,
nehmen sich was sie wollen
und verstärken so schemenhaft,
dass was die Augen nicht sahen und die Erinnerung erbrachte.

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Donnerstag, 26. Juni 2014
eine Stadt
eine Stadt
Ort der Zerstreuung, Freude und viel Platz
eine Stadt
Anonymität, Puls und Leben
eine Stadt
Häuserschluchten, Verkehrsadern und Straßenhunde
eine Stadt
Sammlung von Gerüchen, Farben und Menschen
eine Stadt
Schulen, Arbeit und Friedhöfe
eine Stadt
Alternative, Konservative und Initiative
eine Stadt
losgelöst von allem anderen
eine Stadt
für uns

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Dienstag, 24. Juni 2014
Abzweig dunkle Wiese
Sterne glitzern
in deinen Augen.
Eine Decke schützt dich
vor der Kälte/vor den Blicken.
Dein Gesicht scheint
entrückt/beglückt/verrückt.
Eine Sternschnuppe
schweift über den Himmel/brennt sich in dir ein/wird nicht weiter von dir beachtet/ist alles was fehlt.
Ein Wunsch
bleibt offen/nach mehr/verjagt den anderen/wird erfüllt/ist ausgesprochen.

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Sammlerwut erzeugt Sammlerflut
Man könnte meinen, dass am Endpunkt alles zusammenfließt. Wie ein großer Fluss, dem sich nach und nach andere Bäche oder kleinere Flüsse anschließen, um sich dann groß, mächtig und bedeutungsschwer in ein Meer zu ergießen und darauf hin zu verlieren.
Es ist zwar schwierig einen Kreislauf, mit seinen Unununzähligen Zu- und Abgängen als Vergleich für einen Endpunkt heranzuziehen, betrachtet man aber den Fluss aus der Ferne und dann nur bis zu dem Punkt, an dem er aufhört ein Fluss zu sein, dann könnte der Vergleich für eine große Sache herhalten.
Tut er aber nicht.
Denn dieses einfache Spiel des immer größer Werdens funktioniert nur in gemäßigten Breiten. Es gibt auch große Flüsse die natürlicherweise oder durch den Menschen, einfach so ihr Ende finden. Ausgelaugt und fertig sind sie nur noch Sand und Staub.
Es gibt halt vieles in der Welt und auf ihr auch ein bisschen was. So ist der Informationsfluss einer, der schnell zum austrocknen neigt oder auch schon mal sein Bett verlegen kann. Ob der Informationsfluss auch einen kompletten Richtungswechsel vollführen kann, kann ich gerade nicht sagen.
Die Trockenheit, als Triebfeder der Veränderung, wird gespannt durch das allgemeine Bedürfnis, sich anderen Menschen mitteilen wollen. Und wie jeder weiß, wird hier und da und dort und vielleicht noch dahinten und besonders gleich hier vorn das ein oder andere und noch ein bisschen mehr und möglicherweise auch mit Objekten, welche verstaubt und fast vergessen, doch wieder zum Vorschein kommen, das Ganze ein wenig ausgeschmückt.
Die Bereitschaft, das der Fluss fließen kann ist also gegeben. Doch der geneigte Hörer, der den Strom (es wird vom gesprochenen Wort, möglicherweise auch von telepathischen Verbindungen ausgegangen) empfängt, hat nun die Aufgabe wichtiges von unwichtigem zu trennen, den gesamten Schmuck zu bewundern, aber zu gleich wieder zu vergessen und so die Information schnellstmöglich weiterzugeben. Dann natürlich, optimaler Weise, mit möglichst wenig Eigenschmuck.
Es zeigt sich, es ist unmöglich.
Was macht nun einer, der möglichst genaue Informationen haben möchte? Er geht genau dahin, wo sie entstehen. Er muss in den Kopf, um Schmuck und Schein vom Eigentlichen zu trennen und dann zu entscheiden, ob es Wert ist, diese Informationen in den großen Teich zu setzen. Oder sie auf einen heißen Stein zu gießen, auf dass das Saunabad die Gesundheit erquicke.
So können es die Profisammler treiben, doch ein jeder, der keine Sauna in Reichweite hat, braucht ein Stück Holz, um beim Sammeln nicht in der Informationsflut zu ertrinken.
Es scheint auch manchmal so, dass hier die Oase ein Stück Land in Mitten des Fluides ist und nicht umgekehrt.
Die große Frage: Ist es wichtig zu wissen? Kann ich hier nicht klären. Ich sitze lieber weiter, heiter mit meiner Blechbüchse herum und hoffe, dass die ein oder andere Person einen Tropfen hineinwirft, der mir dann auch wichtig ist.

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Sonntag, 22. Juni 2014
Ein Blick in die Ferne
Nur weil der Himmel mich treibt,
werde ich nicht ziehen.
Es stürmt um mich herum.
Der Wald wurde nach und nach abgeholzt.
Zwar wachsen kleine Bäumchen an den Gerippen ihrer Eltern empor.
Doch stehe ich mittlerweile allein,
schon ein bisschen ramponiert durch meine ehemaligen Nachbarn.
Aber dennoch stehe ich.
Als Relikt, unwirklich und trotzig.
Kann den kleinen erzählen,
von einer Zeit, die sie noch erleben werden.
Die Erinnerungen sind Trost und Schmerz zu gleichen Teilen.
Früher überwiegte der Trost, die Waage verschiebt sich langsam.
Und das abstoßende Gebrüll wird allmählich zu einem zärtlichen Geflüster.

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Samstag, 21. Juni 2014
Spiralen in den Augen
In chancenhafter Heiterkeit bringe ich neue Eierpappen in nächtliche Küchen. Lieder erinnern immerzu, nutzvoll eingerastete Register jährlicher Unbeholfenheit, nötige Gelegenheiten. Eine Dirne erscheint räumlich, sucht eine ihrer Nachtbekleidungen, herzt eröttende, romantische Zöglinge. Vielleicht erinnern riesige, lustige Ornamente rohen Eindringens noch heute an Tamara.
Unwillkürlich nutzt der Doras eine ruhige, erste Runde seines Tagtraums wiederentdeckend, im Eifer der erwachenden Regung, rituell in Charles Hibberty's tönenden Inseraten greifend, lilienhafte Ausläufer chameleonfarbener Hoffnungen, traumhaft wandelnder Erinnerungen, nach nächtlichen Machenschaften. Alte, neue Eierpappen suche ich heute, mit zaghafter Unnachgiebigkeit, reich über Clara's Krone, gebraucht, erbracht, bestattet, ruhige Anmut chancenhafter Heiterkeit transportierend.

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Samstag, 21. Juni 2014
Nachtgespinste
Nebel zieht durch den Raum.
Bären werden an Nasen geführt.
Sie wandern eine Reihe der Nasen entlang, vorbei an Eseln und Hirschen. Irgendwo im Hintergrund steht ein Pfau, mit wunderschönen Federkleid. Wind rauscht durch die Blätter und treibt exotische Düfte über die Lichtung. Ein Bär beginnt zu torkeln und wird zu seiner Höhle geleitet.
Langsam wird es später, alle Tiere werden müder. Nur die Schlangen finden sich, immer geschäftiger werdend, bei den kleinen Nagern ein.
Die Eulen und Marder und weitere Nachtschwärmer wollen wie immer nicht gehen, denn sie wissen, dass sie den nächsten Tag schlafen können. Alle anderen gehen schnell schlafen, sie müssen am Tag wieder ihre Rollen ausfüllen und wenn sie nicht zu müde sind, werden sie wieder auf dieser Lichtung sein oder einer anderen.

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Freitag, 20. Juni 2014
vergänglicher Körper
Wenn wir Zeitformen können, dann hat sie auch eine Gestalt.
Am Boden sind die Beine, welches sich gerade noch da hinten befunden haben. Und so gehen und gingen sie, immer weiter von der Vergangenheit weg.
In der Mitte befindet sich das hier und jetzt, als Massepunkt vereint. Doch unterteilt in Bauchgefühl und Herz. Das Gefühl, als Sinn der Zukunft, hatte Entscheidungen getroffen. Das Herz, als ständiger Motor, ist gelaufen, Tag für Tag.
Oben wird sich der Kopf befinden. Er wird in die Zukunft weisen und Ideen verwirklichen, die dann langsam am restlichen Körper vorbeilaufen werden.
Eine Sonderstellung nehmen die Arme ein. Ihre Krönungen, die Hände, können überall hin - und noch weiter. Streichelten sie gerade noch die Zehen, so graulen sie den Bauch und werden am Ohr vorbei in neue Sphären stoßen. Da oben werden sie Neues gefunden haben. Und vielleicht dem Rest davon berichten.

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Dienstag, 17. Juni 2014
Straßenfeger
Hunde bellen die leeren Straßen an.
Doch keiner da, der sie hören kann.
Nur ein Baum steht ganz allein.
Wünscht, er könnt wo anders sein.

Nun treffen sie sich allesamt,
Mit ihren vollen Blasen.
Heben ein Bein, ganz galant.
Und wässern so den Rasen.

Der Baum nun voller Trauer,
Trinkt den scharfen, gelben Saft.
Passiert das jetzt auf Dauer,
Verliert er seine ganze Kraft.

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Dienstag, 17. Juni 2014
Ausgleich
Was der Tag mir heute brachte
Und mit mir so alles machte
War im Allgemein nicht schön
Drum will ich jetzt nach draußen geh'n

Den Kopf im Wind verlieren
Und mich dabei frei spüren
Die Beine wirken heiter
Und bringen mich so weiter

Die Hast des Tag's vergessen
Und ganz aufs Fahr'n versessen
Brauche ich dabei kein Ziel
Ich fahre gern und fahre viel

Die Nase saugt die Luft
Und filtert so den Duft
Der mich an Sachen denken lässt
Wie Feiern, Leben, Straßenfest

Mit einem Lachen im Gesicht
Schaue ich ins Abendlicht
Und denke mir dabei
Hier bin ich wirklich frei

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