Dienstag, 25. März 2014
Bis Ich Einzelheiten Realisiere
Ausgetrocknet, warte ich im Schatten einer Dattelpalme, auf eine Erfrischung. Nicht auf ein Gespräch und/oder einen gut gemeinten Ratschlag, welcher dann aber nur als solcher ausgesprochen werden kann, sich aber auf dem Weg bis zu meinem Ohr in das Gegenteil verwandelt würde. Nein, eine Flüssigkeit, ein Fluid, verträglich, wohl temperiert und aufbauend.
Vor meinen fiebernden Augen bauen sich erste Bilder des Endes auf. Kleine Komodowarane reiten auf je vier Mäusen auf mich zu. Jeder hat eine zierlichen Crista mit individueller Farbe auf dem Kopf und die unterschiedlichsten Schreibgeräte in den Krallen, wobei diese die Komplementärfarbe des Kopfschmuckes aufweisen. Sie beginnen mich mit Sprüchen voll zu malen. Auf dem rechten Fuß steht: könnte mal wieder gewaschen werden. Das linke Knie: Ersatzteillager. Um die Hüfte rundherum: Stocksteif, aber dennoch so rudimentär, wie die von einem Wal (geht gleich in zwei Runden um den Körper)
Auf dem Gesicht steht einmal quer darüber: ausgezehrt. Der Rücken wurde mit: krumm verziert. Der linke Ellenbogen mit: zerschunden. Die rechte Hand mit Penis. Und was auf dem Penis steht, ist gerade nicht zu lesen. Nach und nach kommen immer mehr Worte an immer mehr Stellen hinzu. Und die Stellen zwischen den Wörtern werden mit immer kleineren ausgefüllt. Selbst einzelne Buchstaben werden so ausstaffiert. Bald bin ich ganz bedeckt von der Schrift, sie scheint mich komplett einzunehmen. Und jetzt sind sie auch schon in den Hörgängen am krakeln. Der Filzstift im linken Ohr quietscht äußerst unangenehm.
Da nimmt die Nase plötzlich eine Witterung auf, welche weit entfernt von Tinte und Ölfarbe liegt. Leicht Herb und etwas Bitter, verdrängt der Geruch die malenden Bedrängenden und holt mich zur Dattelpalme zurück.
Im Rausch der Gefühle rausche ich davon.
Nehme einen Schluck und sag Gluck, Gluck, Gluck.

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Montag, 24. März 2014
Bewegung ist Begegnung
Jeder Schritt führt weiter.
Jede Bewegung ist ein Schritt.
Auch stehenbleiben ist Bewegung,
denn es ist eine Bewegung, die zum Finden einlädt.
Alle Richtungsänderungen sind erlaubt,
nur das Baden im Teich ist verboten.
Sämtliche Fortbewegungsmittel sind gestattet.
Und ersetzen darf man sie genauso,
wie man Sitze wechseln kann.

Die Zwischenetappe ist, sich begegnen.
Das Ziel, eine gemeinsamme Bahn.
Der Wegweiser, der Bauch.

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Mensch
Es pulsiert durch meinen Körper
Blut
roter Lebenssaft, der noch eine Geheimwaffe hat
Immunsystem
Überbegriff einer ganzen Szenerie
Bewegung
eingeführt um den Körper zu nähren
Essen
tägliche Notwendigkeit und sinnlicher Überfluss
Urin
Endstation der Körperzugehörigkeit
Zehen
für einen festen Stand nicht unwichtig
Gleichgewicht
hören was sich dreht
Pumpstation
kleines Herz, versorgt den Körper

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Sonntag, 23. März 2014
Zeitplan
Kalenderblatt

ich reiß dich ab

es bildet sich ein Rinnsal

von Minuten und Stunden

und es reißt mich fort

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Samstag, 22. März 2014
Gabriel
Ich wurde Gestern geboren. Hier auf dieser Station und Heute gehöre ich mir selbst. Keiner da, der mich eingrenzt. Niemand hier, der mir Grenzen zeigt. Ich bin und bleibe und entwickle mich, hier in der Station.
Wenn ich Hunger habe, brauche ich noch nicht einmal etwas zu sagen. Die Leute um mich herum wissen es schon vor mir. So sehr habe ich ihren Lebensalltag schon geprägt.
Nach kurzer Eingewöhnungsphase, habe ich mich hier auch schon zu Recht gefunden. Und kann sagen, dass ich alles kenne. Klar die älteren gehen, aber dafür kommen immer wieder jüngere hinterher. In diesem ständigen Wechsel scheine ich die einzige Konstante zu sein.
Wissbegierig sauge ich auf, was sich ansaugen lässt. Jede kleinste Kleinigkeit wächst in mir heran, um schließlich ein Teil von mir zu werden. Noch ohne Worte, weiß ich Sachen zu finden und zu erschließen, die kein anderer Wortreich zu erklären vermag. Ich bin ein Produkt meiner Faktoren und sehe die Welt differenziert.
So vergehen Stunden und Tage. Aufstehen, Essen, kleine Menschen kommen sehen und größere Verabschieden. Mein Korsett ist ein enges, aber es steht mir ausgezeichnet. So flanier ich hier, den Kopf selber tragen und den Sinn, sinnreich gefüllt.

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Freitag, 21. März 2014
Detektiv, zeige an, was du siehst
Die Welt hält die Luft an.
Wie lange schafft die das eigentlich?
Also wieviel Luft verbraucht die Welt?
Und wann müsste sie mal wieder atmen?
Die drei Fragezeichen machen sich auf, eine Lösung zu finden. Aber wie so oft, kann man auch nur das finden, was sich finden lässt oder man muss Glück haben.
Ich habe jetzt eine Minute und zehn Sekunden die Luft angehalten. Manche schaffen mehr, andere weniger. Apnoetaucher schaffen sicherlich mehr (Apnoe, so ein schönes Wort). Und ich hab auch ruhig gesessen. Sagen wir also, ich liege knapp über dem Durchschnitt und im Mittel kann man eine Minute die Luft anhalten. *Kurz den Taschenrechner gezückt.*
Hmm... 1 min mal 7 200 000 000 ( Stand Jahreswechsel 2013/14, sagt Wikipedia) geteilt durch 60, um auf Stunden zu kommen. *Taschenrechner wieder weggelegt* Das geht ja auch so. 7 200 durch 60 ist 120 noch die Million dahinter, ergibt 120 Millionen Stunden. 120 durch 24 ist 5, daraus folgen 5 Millionen Tage. *Ahh Mist, wo ist der Taschenrechner, für den nächsten Schritt* Als Überschlag: 5 000 000 durch 333 ist 15 000 Jahre, noch ungefähr 10 Prozent weg und runden, dann bleiben ca. 13 500 Jahre.
(Taschenrechner: 5 000 000/365,24=13 689,62874)
Da die Zahl der Menschen auf der Erde steigen sollte, nimmt die Zahl zu. (Außer ein Großschadensereignis verringert die Zahl. -> entsprechende Neuberechnungen wären dann zu machen)
Jetzt könnte die Frage kommen: Was das Ganze mit dem Verbrauch der Luft zu tun hat? Nun ja, die Detektive haben erst einmal nur den Einblick auf den Luftstrom, der sich vom Zwerchfell getrieben ergibt, geworfen. Alternative Körperausgänge werden, aus Gründen des Aufwands, wohlweislich, vernachlässigt.
Was im Körper passiert, kann man da nie so genau wissen. Man kann ja nicht einfach so in einen Menschen hinein, geschweige denn durch ihn durch sehen. Und anders betrachtet: Man steckt da ja auch nicht so einfach drin.
Der Verbrauch und eine mögliche Einsparung wurde jetzt beleuchtet. Nun wird die Taschenlampe der Erkenntnis gezückt und die Suche richtet sich auf ein vermehrtes Aufkommen von Luft.
Heiße Luft könnte hinderlich sein. Zum einem, muss das Zwerchfell eine erhöhte Leistung vollführen, was den Verbrauch (wie oben beschrieben) erhöhen würde. Zum anderen würde die heiße Luft dazu führe, dass zwar die Dichte sinkt und so die Luft einen größeren Raum einnehmen würde. Das Luftangebot würde aber dadurch nicht erhöht werden.
Vielleicht müsste die Masse der Erde erhöht werden, um die Anziehung auf Luft aus dem Weltall zu erhöhen und so für neuen Wind zu sorgen. Noch ein Vielleicht: Vielleicht gibt es irgendwo auf der Erde ein riesiges Luftreservoir unter der Erde. Da die anderen drei Element (Feuer, Wasser, Erde) da auch in größerem Umfang anzutreffen sind, liegt diese Vermutung nahe.
Nun sind die Fragen zum Verbrauch und der Gewinnung von Luft schon zu gut wie aufgeklärt, fehlt eigentlich nur noch, dass der Standort des Mundes der Erde ausfindig gemacht wird.
Dazu sollte ein Ohr ganz dicht an die Erde gehalten werden. Und da wo die meisten Geräusche zu vernehmen sind ist oben .... oder unten.
Wichtig ist nur, wir sollten ihr so viel wie möglich Luft geben, vorsorglich zu beiden Seiten.

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Donnerstag, 20. März 2014
Nachtwanderung
hinter leicht milchiger Fassade
blickt er hervor
der volle, kleine Mond
noch nicht ganz am Höhepunkt seiner nächtlichen Reise
scheint er heute unscheinbar
kann er doch gar nicht scheinen
wird er doch nur beschienen
und blickt auf die Finsternis hinab
die er nur unzureichend vertreiben kann
das Licht reicht zwar aus
um nicht zu stolpern
doch hat er sich auch schon mehr Mühe gegeben

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Dienstag, 18. März 2014
14
Giraffenaugen
fordern mich zum Tanzen auf
mein linkes Knie schmerzt

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Dienstag, 18. März 2014
bis 25 und manchmal auch weiter
armer kleiner Ball
wirst geschlagen und getreten
mal geht es hoch
dann wieder runter
hin und her
und Schlag und Punkt und weiter
zwischendurch Pause

wie fühlt es sich an
bist du zufrieden
wenn du deiner Bestimmung folgst
oder fühlst du dich gemobbt
bist zwar Teil des Ganzen
aber der Teil
der keiner sein möchte
mit dabei
aber am unterem Ende

sei's drum
Volleyballspielen macht Spaß

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Sonntag, 16. März 2014
fixierte Raucher atmen, natürlich Zigarette
Jede Nacht diese Unruhe, auf dem Weg zur Toilette brennt die erste. Am Klo angekommen die zweite. Der Kopf, er qualmt. Von außen mehr als von innen, doch der Gegendruck ist nicht unerheblich. Gedanken sortieren, überbleibsel runterspülen und die dritte Zigarette anzünden. Händewaschen fällt leider aus, das Handtuch ist vorgestern abgebrannt.
Zurück ins Bett, die Nacht war noch nicht lang, vom Husten gestört, wollte der Schlaf nicht wieder kommen. Nun hat das Monster gegessen und schläft mit vollem Bauch mit ein.
Träume können so voll Sinnlosigkeit sein.

Ein Baum der sprich,
es lischt das Licht,
das Licht der Welt
am Himmelszelt.

Man wird nichts seh'n
und kann nicht geh'n.
Denn jeder fällt,
wer 'von erzählt.

Drum schlaf, schlafe,
Schlafe sacht.
Der Tiger schläft
und keiner wacht.

Das Handy, in gelb-schwarzer Optik, lässt Vibrationen los. Aber keine guten.
Die Augen klappen wieder auf.
Die Hand nimmt den gewohnten Lauf.
Nach einer kurzen Zeit.
Macht sich Ruhe wieder breit.

Der Kopf der will, die Lunge auch, doch die Beine haben noch nicht die Lust, die sie haben sollten. Der Griff zur Packung, Packung leer. Beine immer noch sehr schwer. Doch der Kopf gewinnt den Kampf, befiehl: Heut Früh, kein Wadenkrampf.
Aufsteh'n, Küche, neue Packung, neue Stange. Drei neue Pickel auf der linken Wange. Hintern kratzen, Kaffeemaschine an. Feuer, Zug, Qualm. Zug, Zug, Qualm. Zug, Qualm, ausdrücken. Fenster auf, der Qualm muss raus und Luft hinein, sonst funktioniert das Feuerzeug nicht mehr. Feuer, Zug, Qualm. Zug, Zug, Qualm. Kaffeemaschine ist fertig. Zug, Qualm, ausdrücken. Essen später. Zigarette, Feuer, will nicht mehr. Warum? Fenster ist auf. Gas erst nachgefüllt. So ein Mist. Das nächste Feuerzeug liegt in der Ecke. Schluck Kaffee. Feuer. Zug. Qualm. Kleines Rauchfähnchen in der linken Hand. Die rechte hält das, sich verweigernde Feuerzeug dicht an die Augen. Begreifen und befassen, dann das Feuerzeug von den Augen weg, den Kaffee in den Körper. Das Licht geht auf, der Stein ist klein. Ohne Funken, kein Brand. Zug, Qualm, ausdrücken. Toilette. Schnell noch die Zeitung gegriffen. Gleiche Zeitung, neue Themen. Flucht vorm Gestank. Flucht aus dem Haus. Verschleierter Weg, vom Rauch umhüllt.

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