Mittwoch, 9. April 2014
schwebende Wolke
Sonnenschein am Morgen
wärmt und beschwingt
sanfte Wolken zum Mittag
erschweren, wie ein fettiges Essen
dunkle Wolken zum Kaffee
schüttet Milch hinein
durchwachsen am Abend
der Wind treibt alles vor sich her

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Montag, 7. April 2014
Was das Häschen nicht kennt, ist interessant
Geputzt liegt die Möhre auf dem Feld. Sie wirkt unwirklich hindrapiert. Das Häschen weiß nicht, was es davon halten soll. Sonst sind solche Dinger immer nur mit dem Grün (Wo ist das eigentlich?) oben zu sehen. Und es leuchtet nur ganz sacht Orang, umgeben von dreckiger Erde, zu des Häschens Augen. Nun liegt sie da. Blank und offen, selbst die Schale fehlt.
Eine Falle? Wenn ja, dann keine gute. Zu offensichtlich. Denn wer würde eine Möhre so bearbeiten, dass man sie zwar sieht, aber kaum wiedererkennt und sie dann mitten auf dem Feld, so gut sichtbar, liegen lassen?
Könnte es sein, dass ein Wanderer, welcher extra früher aufgestanden ist, um sich Essen für den Weg vorzubereiten, die Möhre schlechte verstaut hatte, so dass sie ihm unbeabsichtigt verloren ging?
Das Häschen hoppelte in einen kleinen Halbkreis um die Möhre herum. Es wollte gegen den Wind gelangen, um zu schnuppern, ob es auch noch Möhre richt. Vielleicht war es ja nur eine Atrappe.
Der Möhrengeruch ergibt ein eindeutiges Ergebnis. Keine Atrappe. Oder wenn, eine gute.
Die Lage hatte sich geändert. Das Häschen war herumgehoppelt und konnte, fast sicher, ausschließen, dass es sich um eine Atrappe handelt. Aber war es nun eine Falle oder nicht. Das Häschen wurde langsam ungeduldig und hatte auch etwas Hunger bekommen. Was sollte es nur essen? Vielleicht, ja vielleicht ein Möhrchen?
Ohne weiter nachzudenken folge es seinem Magen. Einen halben Meter vor der Möhre passierte nichts. Fünf Zentimeter vor der Möhre passierte immer noch nichts. Reinbeißen, kauen, schlucken - nichts passiert. Kurze Zeit darauf veränderte sich etwas, das Hungergefühl wisch, dafür machte sich eine Schläfrigkeit am hellem Tag breit. Schlafend wurde das Häschen von Wissenschaftlern aufgesammelt. Diese hatten ein Narkotikum in der Möhre plaziert, um die Hasenpopulation untersuchen zu können. Sie warteten weit genug entfernt in einen Gebüsch, mit Ferngläsern bewaffnet, um der Szene zu folgen.
Einen kleinen Fehler hatten sie gemacht, sie hatten mit größeren Hasen gerechnet.
Das Häschen war entschlafen noch bevor die Wissenschaftler etwas machen konnten.
23 Zentimeter lang, 278 Gramm schwer, dichtes Fell, männlich, ca. ein halbes Jahr alt.

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Sonntag, 6. April 2014
Alphabet
Als bäuerischer Charm, die edlen Fahnen griff, handelt Ingolf Jering kometenhaft. Lachend, mit natürlicher Oberweite, plaudert Quendoline Rochlitz staunend. Tuch und Vlies werfen x-förmige Ypsilon Zeichen.

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Samstag, 5. April 2014
Eutrophierung
E: Ich kannte einen Bach.
V: Aber den kennen doch alle, er fließt von links nach rechts, führt wenig Wasser und ist nass.
E: Genau, diesen meine ich, doch führt er nun kein Wasser mehr.
V: Du meinst er ist ausgetrocknet?
E: Ja, er ist trocken.
V: Aber es könnte doch ein großer Regen kommen, der die Flächen mit Wasser füllt.
E: Ja, könnte. Doch weiß ich nicht, ob der Bach dann wieder der Selbe sein wird.
V: Was sollte sich verändern? Die Fließgeschwindigkeit, die Farbe oder der Wasserstand?
E: Ich weiß nicht. Was, wenn es nun auf einmal rechts zu viel regnet und der Bach die andere Richtung nimmt. Ich würde dastehen, wie immer und kleinen Blättern hinterherschauen. Die dann nicht mehr von mir weg, sondern auf mich zu flößen.
V: Was ist daran so schlimm?
E: Es wäre ein anderes Bild, mit dem ich nicht gleich umzugehen im Stande wäre.
Ich will meinen alten Bach zurück!
V: Bist du dir sicher?
E: Ja!
V: Dann stell dich doch auf die andere Seite.
E: Aber da ist er immer noch trocken.
V: Kann sein, doch er flöße dann wieder in die richtige Richtung.
E: Ich weiß aber nicht, ob die Richtung mir so wichtig war.
V: Was würde sich ändern?
E: Die Blätter kämen von anderen Pflanzen, es wäre nicht das Selbe. Und auch der Hintergrund wäre ein anderer.
V: Sind dir die Blätter wirklich so wichtig?
E: Weiß nicht, glaube nicht. Aber ich wollte mich an ihnen festhalten.
V: Dann ist es doch gut, dass der Bach trocken ist. Da wirst du nicht so nass.
E: Ich wollte mich an ihnen festhalten und treiben lassen. Nun werde ich sie aufheben müssen und den Bach hinunterführen, bis sie das Wasser durchnässt und sie am Boden liegen bleiben, um Nahrung für eine neue Generation von Pflanzen zu sein.
V: Dein Bach ist nicht trocken, er ist verlandet.

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Donnerstag, 3. April 2014
Portwein
Schwere Süße. Füllt erst das Glas und später, wohlig warm, den Körper. Unbeschwerte Texte, fliegen leicht durch den Raum. Erinnerungsfetzen finden sich - kaum noch wieder. Der dunkle Saft verwandelt alles in einen Nebel voller Gespräche, deren Gesprächspartner nicht klar erscheinen. Eine große Runde feiert, während eine Ecke, wie zum Sehtest, verschwindet. Es ist schwer sie zu finden. Denn alles wirkt unscharf. Die Sehstärke entwickelt sich zu einer Sehschwäche. War da zu viel oder zu wenig Trainig die Ursache? Noch ein Schluck und auch der Gedanke war gedacht. Und muss deshalb nicht mehr gedacht werden. Und so lange das Fluid besteht, verliert sich der Zwang der Erinnerung. Es ist schön zu Leben. Auch dieser Gedanke wird unscharf.
Einzige Lösung: Man schnappt sich seine Flasche und trainiert die Augen.
Entweder man macht sie auf und kann alle Begegnungen am Äußeren abmessen. Und ab einem gewissen Wert, den nur die eigenen Augen zu ergründen vermögen, den inneren Wert zu erkunden versuchen.
Oder man macht sie zu und stolpert mit blauen Flecken an den Schienbeinen und ab und an einer helfenden Hand am Arm durch die Gegend. Ergründet den Grund einer vorher unbekannten Sache, die auch bekanntes beinhaltet.
Beides bedeutet Veränderung und Reise.

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Mittwoch, 2. April 2014
Zeitumstellung
Sah ich einst die Sonne, im Osten aufgehn
So fällt es mir nun schwer, sie im Westen zu sehn
Man drehte an meiner Uhr, nicht nur Minuten
Um im Hellen was zu schaffen, muss ich mich nun sputen

War mein Tag in der Vergangenheit
Vom hellem Licht durchzogen
So lächelt mir heut am Himmelszelt
Der Monde einsam troben

Ich bin was ich bin
Und werd es auch bleiben
Es hat keinen Sinn
mir die Nacht zu verleiten

Führt sie mich doch
In ihrer Stillen Gewalt -
Mit weißer Haut, im Dunkeln
So werde ich alt

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Dienstag, 1. April 2014
neue Bekanntschaft
Nur noch Sekunden bis zum Sprung.
Der Puls schlägt schneller als sonst.
Die Augen verengen sich.
Noch einmal einatmen.
Körperspannung -
und fallen lassen.

Die Schwerkraft zieht immer stärker.
Und alles fühlt sich so Schwerelos an.
Die Zeit, sie geht nicht.
Sie kommt aus der Vergangenheit.
Zieht am inneren Auge vorbei,
um wieder zu gehen.

Dann ist Schluss.
Die Situation ist überstanden -
sogar bestanden.
Der Körper zittert immer noch leicht.
Ist aber sichtlich entspannter.
Vier lachende Augen.

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Montag, 31. März 2014
Sonntagsausflug
Der Körper arbeitet von alleine
Auf und nieder geh'n die Beine
Es ist ein wilder Lauf
Berg ab, Berg auf

Die Natur kleidet sich in eine neue Tracht
Aus dem Winterschlafe sacht erwacht
Atmet sie, durch alles hier
Luft, Wasser, Pflanze, Tier

Die Schönheit des Seins genießen
Lässt Gedanken neu ersprießen
Und der Kopf wird sichtlich frei
Durch diese Naturmalerei

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Sonntag, 30. März 2014
Kopfschmerz
Wandeln und Handeln
In der kleinen Welt
Tasten und Fühlen
Ist alles was zählt

Man strebt zu neuer Erkenntnis hin
Hat aber meistens nur Blödsinn im Sinn

Nach einiger Zeit, da steht man auf
Und denkt: Es nimmt schon seinen Lauf

Doch einmal kurz nicht aufgepasst
Und den Kopf zu schnell erhoben
Gestrebt nach Wissen nur in Hast
Und Unsanft angedockt, an die Lampe oben

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Dienstag, 25. März 2014
Kreislauf
Energie und Antrieb
beides bedingt sich, oder alles verfällt

wir brauchen Essen um zu Leben
Sonne und Liebe wäre eine schöne Alternative
doch der Acker will bestellt werden

Also:
Frühstück und raus aufs Feld
Aussäen
aufs Wetter achten
Pflegen
zwischendurch die Reserven des letzten Jahren dezimieren
schlafen, teilen, verweilen
einen Tag wählen, der der Beste ist, um zu ernten
das selektierte Feld wird zur Reserve für das nächste Jahr
bildet den Energietank für die zukünftige Arbeit
lächeln, Glück
Nachtruhe

schlechtes Wetter gibt es auch
nur nicht in dieser Geschichte

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