Mittwoch, 4. Dezember 2013
Danach ist alles gut
mfw, 00:31h
Mein Gartenzwerg schaut traurig hinaus. Die Bäume welche so schönes, dichtes grün die letzten Monate trugen, stehen nun wie große Skelette ihrer selbst in der Landschaft. Einzelne Blätter hängen noch hier oder da, aber warum weiß man auch nicht so richtig. Mein Gartenzwerg hält eine Schaufel in seiner Hand, es sieht so aus, als ob er gleich mit der Arbeit beginnen möchte. Anders als ich, ich sitze nur rum, stecke die Nase ab und an an die frische Luft und merke, sie ist nicht frisch, sondern kalt oder besser es ist nass-kalt. Das grau in grau ist einfach doof, man will schon seine Herbstdepression feiern, ich finde eine Winterdepression gibt es nicht, da für mich nur dann Winter ist, wenn Schnee liegt und mit dem Schnee wird alles wieder toll. Wie also die Zeit zwischen jetzt und dem Schnee überbrücken? Man Gartenzwerg weiß es, er hat vor sich eine Packung Glühwein stehen und neben sich eine Liste mit Nummern von Freunden - da lässt sich doch was machen. Das Lächeln meines Gartenzwerges scheint breiter zu werden, denn er hat bemerkt, dass ich seinen Vorschlag angenommen habe. Und auch er bekommt einen kleinen Schluck, aber nur so viel, dass sein weißer Bart nicht rotgefärbt wird. Ist es eigentlich wirklich eine Depression, wenn man sich mal von einem schlechtem Tag runterziehen lässt? Ich sage Nein, es ist nur ein Zwischental, was erst anzeigt, wie hoch die Berge der Freude wachsen können. Ich war jetzt noch nicht auf dem Mount Everest, aber ich denke, wenn da ein Hochplateau wäre, welches nur 50 m niedriger ist, wäre es auch nicht so gewaltig. (Es war von Hochplaeau die Rede, es gibt im Umfeld des Mounteverest noch andere Achttausender.) Warum ist es eigentlich so eine Herausforderung auf einen so hohen Berg zu kommen, man kennt seine Lage, man weiß wie er heißt und was man zu beachten hat. Die Gefahren sind immer im Leben vorhanden. Also warum nicht einfach aufstehen und losgehen? Mein Gartenzwerg, ok der will seinen Garten. Was in der Höhe und dem Klima schwierig sein sollte. Aber ich bin nicht mein Gartenzwerg. Ich stehe nicht einfach so rum, ich kann mich bewegen. Also raus aus dem Haus und Richtung...Richtung...Richtung? Richtung: höchsten Berg den es gibt und den ich kenne.
... comment