Montag, 16. Dezember 2013
16
Hinter dem siebzehten Türchen standen zwei große Wörter auf eine Tafel geschrieben. Eines blau, das andere rot geschrieben.
In blauer Schrift: GEBEN.
In roter Schrift: NEHMEN.
Darunter standen viele, viele Wörter und an der Tür Innenseite waren drei Stifte angebracht, einer blau, der andere rot und der dritte lila. Jeder konnte mit den Farben markieren, was er geben oder nehmen möchte. Blau steht für geben, rot für nehmen und lila für geben und nehmen. Man muss aber nicht alle Wörter markieren, nur diese, welche einem wichtig erscheinen. Lesen sollte man aber alle.
Hinter dem Türchen ist ein Vorhang, den jeder zuziehen muss. Die Worte die man markiert sollen den anderen Leuten nicht gezeigt werden. Sobald der Vorhang wieder geöffnet wird verblassen die Einträge. Man soll nur sich selber versinnbildlichen, wie man Leben möchte. Man soll gar nicht erst in die Versuchung kommen anderen etwas vorzuzeigen, was nicht stimmt, und sollte auch sich selber nicht belügen.
Die Wörter die noch auf der Tafel standen waren.
abenteuerlust, begierde, courage, desinteresse, einsicht, freude, glück, hilfe, intimität, joule, kummer, liebe, mut, natürlichkeit, ohnmacht, persönlichkeit, qual, ruhe, spaß, trauer, überraschung, vertrauen, wahrheit, x, ypsilon-wort-das-passt, zärtlichkeit

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Tribut
Ich habe letzte Nacht einen Weihnachtsengel gesehen. Mit strahlenden Augen und einem Lächeln, so dass ich an alles glauben mochte, was mir dieses schöne Wesen erzählte. Der Engel lachte und lachte und begann, um meinen kleinen Kopf zu kreisen. Ich vergaß alles was gesagt war. Nur ein Satz blieb mir im Kopf hängen: "Ich steh zu deiner Verfügung."

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15
Aus der fünfzehnten Tür kommt hervor
Ein wundersamer Weihnachtschor
Er sang die Lieder die wir kennen,
Auf die wir jedes Jahr so brennen.
Doch hatten sie auch ein neues Stück,
Von dem waren alle schnell verzückt.
Es handelte von einem Mann,
Der nackt auf diese Welt her kam.
Der sprach am Anfang mit fremden Worten
Und ging, so dann, zu fremden Orten.
Dahin kamen schnell paar Freunde,
so wie Tiere, die das Gebiet, umzäunte.
Er hörte von den vielen Sachen
Die die Menschen in ihrem Leben machen.
Dann an einem schönen Tage
Stellte sich ihm die kleine Frage
Wer von den Menschen positives denk
Denen machte er gutes zum Geschenk.

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Samstag, 14. Dezember 2013
14
Hinter dem vierzehnten Türchen fand sich gleich
Ein Kuschelbett mit Sternendach, so himmlisch weich.
Denn es braucht ein Bett zum himmlisch Träumen,
Um die schöne Zeit nicht zu versäumen.
Und süße Träume brauchen Zeit,
drum mach dich schonmal bettbereit.
Unter dem Sternendach, wirst du auch erst wach.
Wenn auf dem Markte klingt, der Weihnachtskrach.
Dann kannst du frisch von dannen schwingen
Und über deine Träume singen.
Wenn du nun Lust hast, geh ins Bett
Und träume sanft, süß, zart und nett.

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Freitag, 13. Dezember 2013
13
Schnee, Schnee, Schnee, dass wünschen sich so viele. Denn nur so wird das Traumbild von Weihnachten verwirklicht. Es kann doch kein harmonisches Weihnachtsfest geben, bei dem nicht die ganze Welt ruhig und still unter einer angemessenen Schicht weißem, flockigen Schnees gezuckert begraben ist. (Zu viel wäre ja auch nicht schön, man wäre mit seinen liebsten auf zu langer Zeit auf zu engem Raum zusammen, was auf Dauer auch schwierig wird.)
Warum haben wir eigentlich ein so gefestigtes Bild von Gut und Böse? Und warum muss Harmonie in der kalten Jahreszeit stattfinden? Ist Weihnachten bei 20 Grad Celsius weniger Segenreich? Oder laufen unsere Gedanken, bedingt durch die höhere Temperatur, zu schnell, so dass wir nicht in eine besinnlich, sedierte Stimmung hinein finden, in der wir gegen Drogen sind, uns aber in eine Welt flüchten, die der eines Rausches nicht unähnlich ist.
Es gibt viele Gründe die Wirklichkeit verändern zu wollen. Eine der einfachsten Wege dies zu schaffen ist wahrscheinlich die Welt mit Schnee zu versehen, um so die Flecken, die wir nicht sehen wollen, ganz einfach zu verdecken.
Doch was brauchen, um Schnee herzustellen? Wasser, Kälte und ein bisschen Wind. - Oder kurz: eine Schneekanone.
Deshalb versteckt sich diese hinter der Tür 13. Betrieben wird sie durch ein Stromaggregat, welches polternd anspringt und sämtliche Zuckerstangen in der Umgebung zu verschlingen sucht. Die Schneekanone setzt sich in Bewegung. Die Leute, welche sich auf dem Weihnachtsmarkt eingefunden hatten, tretten erfürchtig zurück. Die Kanone kommt aus seinem Türchen hervor und wird immer und immer größer. Die Leute beginnen bleich im Gesicht zu werden und können sich schon gar nicht mehr bewegen. Die Kanone tuckert gemütlich zum Marktbrunnen hin und wirft einen Schlauch in den Brunnen hinein. Das Rattern des Stromgenerators erreicht eine noch lautere Lautstärke, obwohl die Kanone steht. Das Kanonenrohr beginnt sich aufzurichten, von waagerechten Null Grad auf ca. 77 Grad nach oben. Und dann geschieht es, kleine Flocken kommen aus der Öffnung, es werden immer mehr, bis auf einmal ein durchgängiger Strom flockigen Weißes die Kanonenöffnung verlässt. Das Kanonenrohr beginnt sich in Bewegung zu setzen und bekommt den Kreis gerade fertig, als der Brunnen seinen letzten Tropfen Wasser geliefert hatte. Auf den bleichen Gesichtern begann sich nach und nach ein seeliges Lächeln abzubilden. Die Schneekanone wurde wieder etwas leiser und setzte sich gemächlich richtung Wald in Gang. Hier und da fand es noch eine Zuckerstange in den Händen von versteinert wirkenden, aber lächelnden Kindern. Manche gaben die Zuckerstangen aber auch schon freiwillig an die gute Maschine.
Nach dem die Bewunderung nach und nach bei den Menschen angekommen war und auch schon nachzulassen begann. Fragten sich die ersten, wie es möglich war, dass der Schnee liegen bleiben konnte? Es war doch viel zu warm dazu. Doch dass soll uns nicht stören, schließlich wachsen normalerweise auch keine Maschinen in den Himmel und bewegen sich selbstständig. Die Grenzen zwischen Wahrheit, Wirklichkeit und Unsinn waren aufgehoben, führten aber zu einem guten Ergebnis. Die Leute unterdessen freuten sich und machten einen Schneeengel nach dem anderen.

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