Samstag, 22. März 2014
Gabriel
Ich wurde Gestern geboren. Hier auf dieser Station und Heute gehöre ich mir selbst. Keiner da, der mich eingrenzt. Niemand hier, der mir Grenzen zeigt. Ich bin und bleibe und entwickle mich, hier in der Station.
Wenn ich Hunger habe, brauche ich noch nicht einmal etwas zu sagen. Die Leute um mich herum wissen es schon vor mir. So sehr habe ich ihren Lebensalltag schon geprägt.
Nach kurzer Eingewöhnungsphase, habe ich mich hier auch schon zu Recht gefunden. Und kann sagen, dass ich alles kenne. Klar die älteren gehen, aber dafür kommen immer wieder jüngere hinterher. In diesem ständigen Wechsel scheine ich die einzige Konstante zu sein.
Wissbegierig sauge ich auf, was sich ansaugen lässt. Jede kleinste Kleinigkeit wächst in mir heran, um schließlich ein Teil von mir zu werden. Noch ohne Worte, weiß ich Sachen zu finden und zu erschließen, die kein anderer Wortreich zu erklären vermag. Ich bin ein Produkt meiner Faktoren und sehe die Welt differenziert.
So vergehen Stunden und Tage. Aufstehen, Essen, kleine Menschen kommen sehen und größere Verabschieden. Mein Korsett ist ein enges, aber es steht mir ausgezeichnet. So flanier ich hier, den Kopf selber tragen und den Sinn, sinnreich gefüllt.

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