Sonntag, 16. Februar 2014
Amal's Geschichte
Das Feuer knisterte lautstark. Aber noch mehr Krach machten die Blätter in der Blechbüchse. Unsere plauschenden Protagonisten ließen sich davon nicht irritieren. Vor allem, da dem Krach ein Takt inne zu wohnen schien, der den Grundrhythmus des Gesprächs lieferte. Auch spendete das Feuer eine erholsame Wärme, die tief in alle eindrang, ohne unangenehm zu sein.
Der zwergige Amal, spuckte hastig aus. Diesmal wollte er nicht mit dem Reden warten. Er spürte, dass die Zeit gekommen war, um zu reden. Es war ein neues Gefühl für ihn, doch er erkannte es sofort. Die anderen drei lümmelten Erwartungsfroh herum. Der große Holger erschreckte aber instinktiv, als der Zwerg nun so schnell und unvermittelt zu sprechen zu beginnen begann.
Der geschundene Amal erzählte von einer Zeit, in der er noch ganz heil und besammen war. Er erzählt, dass er ein königlicher Berater sei, den sein König auf eine wichtige Mission entsendet hatte. An einen Königshof, mit welchem sein König erst vor kurzer Zeit Frieden geschlossen hatte. Dort sollte er als Botschafter fungieren, aber auch die ein oder andere Sache für seinen König in Erfahrung bringen. Sein König heißt Miroslav II und sein Königreich Albedo Columba. Das Land, zu dem er entsendet wurde, in das er aber bisher noch nicht angekommen ist, heißt Negritus Musus und sein Herrscher ist ein komischer Vogel namens Manfredi I,mit dem Beinamen, der Rotköpfige. Da es sich um eine längere Mission handeln sollte, war der spuckende Zwerg mit seiner Frau Kamella und weiteren zehn Begleitern unterwegs. Auf einem staubigen Trampelpfad tauchten auf einmal, wie aus den Nix unbekannte, maskierte Meuchelmörder, aus Löchern links und rechts des Weges auf. Der blitzgescheite Amal erkannte die Szene. Er öffnete die Tür seiner Kutsche, um die unverhofft erschienenen gebührend zu begrüßen und seine Frau zu beschützen. Die Meuchelmörder hatte sie umstellt und wollten ihr grausiges Werk vollführen, als ein Trommelwirbel in der Ferne sie aufschrecken ließ und sie kurzerhand den ganzen Tross, samt Pferde, Kutsche und Begleiter entführten. Durch den plötzlichen Ruck der Pferde fiel der nicht ganz große königlich Vertraute unbeobachtet und unsanft in den Dreck. Im Dreck liegend wurde er dann da vom hüpfenden Proholdoffger aufgesammelt. Holger lächelt verschmitzt und meinte, dass er Proholdoffger kenne. Der, aus seiner Erzählwelt gerissene, Zwerg, blickte kurz irritiert auf, dann senkte er seinen Blick wieder und verlor sich, mit einem etwas schmerzlicheren Gesichtsausdruck, wieder in seiner Geschichte. Er sagte: "Ich denke, dass es Halunken des Manfredi gewesen sind. Denn ich erblickte das Wappen der Musus. Warum ich euch dies alles erzähle, ich weiß viel und ich kenne noch mehr, doch fehlt mir neben dem Wissen die Physis meine Frau zu retten. Meinen König kann ich, zumindest nicht offiziell bitten, da dies den jungen Frieden brechen könnte. Ich möchte euch also um eure Hilfe bitten." Auf einmal setzte ein lautes Pfeifen an. Alle blickten auf die Blechbüchse, deren Inhalt den Ton und rosa Dampfwolken entließ. Der sitzende Held wollte sich von solchen Randerscheinungen nicht ablenken lassen, überlegte nicht lange und antwortete: "Wir helfen dir. Aber sage mir erst, was es mit der Blechbüchse auf sich hat." Der erleichternd ausatmende Amal, richtete seinen Blick fest auf dem edlen Rispenkorn und antwortete: " Das werde ich tun.".

... link (0 Kommentare)   ... comment