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Sonntag, 3. November 2013
Gedankenlosigkeit
mfw, 15:42h
Ich bin ein Detektiv der Zeit und habe die Theorie entwickelt, dass man seine Gedanken in den Schlaf schicken und dabei Zeit einsparen kann. Tief ausgeruht stehen die Gedanekn einem dann am nächsten Tag wieder zur Verfügung. Einige davon sind ganz ruhig und wirken noch etwas schläfrig in der letzten Reihe. Andere scheinen aber gut erholt und springen einem förmlich in und aus dem Gesicht. Aber letzendlich sind alle gut. Manche unangebracht und ungestüm, aber gut. Nun aber zurück zur Theorie der Zeit: Wir stellen die Uhren ab. Nein halt das klappt nicht. Die Uhr zeigt nur an, dass die Zeit vergeht, sie selber ist nicht die Zeit. Zum Anhalten braucht es ein anderes Werkzeug. Es ist ein Getränk, gemischt aus vielen verschiedenen Flüssigkeiten, die man auf bestimmte Art zu sich nimmt. Die Theorie geht im Grunde davon aus: Was man nicht weiß, war nicht da. Die Zeit soll also eingefangen werden. Ich erläutere diese Theorie nur deshalb, weil sie an eine entscheidene Grenze gestoßen ist. (Ansonsten hätte ich mich zum einzigen Nutznießer gemacht.) Es müssen alle mitmachen und nicht nur so ziemlich alle, sonder wirklich alle alle. Eine kollektive Verweigerung der Zeit. Demnach sollte das Wissen um diese Theorie unverzüglich in alle Sprachen übersetzt werden und jedem, wirklich jedem Menschen verständlich gemacht werden. Sollte sich zeigen, dass Tiere und Pflanzen ebenfalls die Anleitung verstehen, dann können sie sich auch daran beteiligen. Aber nun zur Anleitung: Man benötigt 50 ml Ozeanwasser, durch das gerade ein Buckelwalbullenkalb geschwommen ist. Am Bestem ist es, wenn sich das Wasser noch verwirbelt. 20 ml vom Eigelb eines 8 Tage angebrüteten Kuckucksei. 15 ml Bienenhonig, wobei die Bienen den Nektar ausschließlich von Birnenblüten gesammelt haben dürfen. 10 ml Saft aus einer ausgequetschten Aloe Vera Pflanze und 5 ml Saft aus einer grünen Zitrone, welche durch einen Mühlstein zerquetscht wurde. Das alles wird in dieser Reihenfolge in einen 500 ml Quarzglastopf gefüllt und bei exakt 43 Grad Celsius 18 Minuten mit einem Magnetrührer (rund, 8 mm Durchmesser und 24 mm Länge) bei 100 Umdrehungen pro Minute verrührt. Die Herstellung des Getränks muss immer individuell erfolgen!
Ich gebe zu, dass die Rezeptliste etwas gewagt klingt und uns alle vor eine logistische Meisterleistung stellen wird. Aber wir schaffen das!
Das, zugegebener Maßen, etwas extravagante Getränk ist wirkungslos, wenn es nicht auf die nachfolgend erläuterte Weise konsumiert wird: Das Getränk wird von der Heizplatte genommen und sofort in einen 250 ml braunen Steingutbecher gefüllt. Die Reste und der Magnetrührer werden mit dem kleinen Finger der linken Hand gesäubert. Der Finger wird anschließend hinter dem rechtem Ohr saubergewischt. Nun geht man 68 Schritte zu einem vorbereiteten Messingkronleuchter mit alten 60 Watt Glühbirnen. Dieser hat fünf Lampen , wobei diese je eine bestimmte Temperatur haben müssen. Der Kronleuchter ist so ausgerichtet, dass man direkt auf eine Lampe zutritt. Diese Lampe hat die niedrigste Temperatur mit 43 Grad Celsius. Die Temperatur der Lampen steigt in Reihenfolge gegen den Uhrzeigersinn. Die Lampe, vom Betrachter aus vorne links, ist 48 Grad Celsius warm, die nächste 52 Grad Celsius, die vierte 55 Grad Celsius und die letzte 57 Grad Celsius. Man tritt unter den Kronleuchter und dreht sich dreimal nach rechts und viermal nach links um die eigene Achse. Anschließend trinkt man das Getränk in einem Zug aus. Danach wischt man den Becher mit dem kleinen Finger der rechten Hand aus und streicht sich diesem hinter dem linken Ohr sauber. Ist dies erledigt macht man unter den Kronleuchter 5 Minuten und 56 Sekunden lang einen Kopfstand. Zum Schluss geht man in Richtung der dritten Lampe unter dem Kronleuchter hervor. Damit ist die Herstellung des Trankes und die Konsumierung erklärt. Was nun noch folgt ist die Erläuterung der Wirkungsweise.
Das Getränk liegt einem wohlig-warm im Magen, führt aber leider zu starken Blähungen. Wobei aber schon erweisen ist, dass die Blähungen geringer ausfallen, je näher das Wasser am Buckelwalbullenkalb abgenommen wurde. Die eigentliche Wirkung setzt mit der nächsten Dämmerung ein. Man fühlt sich leicht und beschwingt und möchte am liebsten die Arme ausbreiten und durch die Luft gleiten. Man lächelt, nimmt seine Umgebung positiv wahr und wird im gleichem Maße wahrgenommen. Dieser Zustand hält sich 2 Stunden 23 Minuten und 37 Sekunden nach Beginn der Dämmerung. Danach ein Schnitt, alle Gedanken werden zurückgestellt und melden sich erst wieder am nächsten Morgen, in der oben beschriebenen Weise. Es soll darauf geachtet werden, dass in der gedankenlosen Zeit keinerlei Protokollierungen des Konsumenten gemacht werden, da dieses Festhalten das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinander bringen würde. Eine Auswirkung von Genuss alkoholischer Getränke kann nicht bestätigt werden. Nun drängt sich vielleicht bei dem ein oder anderen die Frage auf: Was bringt mir das nun genau?
Wie gesagt, muss das Experiment, um in seiner, in der Theorie erdachten, Weise zu wirken, von allen Menschen (Plus Tiere und Pflanzen die sich anschließen wollen) durchgeführt werden. Dann und nur dann würden wir alle die Zeit der Gedankenlosigkeit komplett sparen. Man wäre frisch und ausgeruht beim Erwachen (Wobei das Erwachen überraschender Weise bei allen simultan erfolgt.). Hätte die Zeit gespart und könnte diese für schöne Sachen im Leben, den Weltfrieden oder ähnliches verwenden. Da die Wirkung des Getränks erst nach der Dämmerung beginnt, sollten alle sich in ein und der selben Zeitzone befinden. Ich schlage dazu China vor, da sich dieses Land in einer großen Zeitzone befindet. Der positive Nebeneffekt dieser Ansammlung ist, dass man viele verschiedene Menschen trifft und so den Punkt Weltfrieden schon so gut wie abhaken kann.
Die Theorie ist in sich schlüssig und bedarf nur noch einer Praxiserprobung. Dazu möchte ich erneut zur Übersetzung und Verbreitung des Textes aufrufen.
Ihr Detektiv der Zeit
Ich gebe zu, dass die Rezeptliste etwas gewagt klingt und uns alle vor eine logistische Meisterleistung stellen wird. Aber wir schaffen das!
Das, zugegebener Maßen, etwas extravagante Getränk ist wirkungslos, wenn es nicht auf die nachfolgend erläuterte Weise konsumiert wird: Das Getränk wird von der Heizplatte genommen und sofort in einen 250 ml braunen Steingutbecher gefüllt. Die Reste und der Magnetrührer werden mit dem kleinen Finger der linken Hand gesäubert. Der Finger wird anschließend hinter dem rechtem Ohr saubergewischt. Nun geht man 68 Schritte zu einem vorbereiteten Messingkronleuchter mit alten 60 Watt Glühbirnen. Dieser hat fünf Lampen , wobei diese je eine bestimmte Temperatur haben müssen. Der Kronleuchter ist so ausgerichtet, dass man direkt auf eine Lampe zutritt. Diese Lampe hat die niedrigste Temperatur mit 43 Grad Celsius. Die Temperatur der Lampen steigt in Reihenfolge gegen den Uhrzeigersinn. Die Lampe, vom Betrachter aus vorne links, ist 48 Grad Celsius warm, die nächste 52 Grad Celsius, die vierte 55 Grad Celsius und die letzte 57 Grad Celsius. Man tritt unter den Kronleuchter und dreht sich dreimal nach rechts und viermal nach links um die eigene Achse. Anschließend trinkt man das Getränk in einem Zug aus. Danach wischt man den Becher mit dem kleinen Finger der rechten Hand aus und streicht sich diesem hinter dem linken Ohr sauber. Ist dies erledigt macht man unter den Kronleuchter 5 Minuten und 56 Sekunden lang einen Kopfstand. Zum Schluss geht man in Richtung der dritten Lampe unter dem Kronleuchter hervor. Damit ist die Herstellung des Trankes und die Konsumierung erklärt. Was nun noch folgt ist die Erläuterung der Wirkungsweise.
Das Getränk liegt einem wohlig-warm im Magen, führt aber leider zu starken Blähungen. Wobei aber schon erweisen ist, dass die Blähungen geringer ausfallen, je näher das Wasser am Buckelwalbullenkalb abgenommen wurde. Die eigentliche Wirkung setzt mit der nächsten Dämmerung ein. Man fühlt sich leicht und beschwingt und möchte am liebsten die Arme ausbreiten und durch die Luft gleiten. Man lächelt, nimmt seine Umgebung positiv wahr und wird im gleichem Maße wahrgenommen. Dieser Zustand hält sich 2 Stunden 23 Minuten und 37 Sekunden nach Beginn der Dämmerung. Danach ein Schnitt, alle Gedanken werden zurückgestellt und melden sich erst wieder am nächsten Morgen, in der oben beschriebenen Weise. Es soll darauf geachtet werden, dass in der gedankenlosen Zeit keinerlei Protokollierungen des Konsumenten gemacht werden, da dieses Festhalten das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinander bringen würde. Eine Auswirkung von Genuss alkoholischer Getränke kann nicht bestätigt werden. Nun drängt sich vielleicht bei dem ein oder anderen die Frage auf: Was bringt mir das nun genau?
Wie gesagt, muss das Experiment, um in seiner, in der Theorie erdachten, Weise zu wirken, von allen Menschen (Plus Tiere und Pflanzen die sich anschließen wollen) durchgeführt werden. Dann und nur dann würden wir alle die Zeit der Gedankenlosigkeit komplett sparen. Man wäre frisch und ausgeruht beim Erwachen (Wobei das Erwachen überraschender Weise bei allen simultan erfolgt.). Hätte die Zeit gespart und könnte diese für schöne Sachen im Leben, den Weltfrieden oder ähnliches verwenden. Da die Wirkung des Getränks erst nach der Dämmerung beginnt, sollten alle sich in ein und der selben Zeitzone befinden. Ich schlage dazu China vor, da sich dieses Land in einer großen Zeitzone befindet. Der positive Nebeneffekt dieser Ansammlung ist, dass man viele verschiedene Menschen trifft und so den Punkt Weltfrieden schon so gut wie abhaken kann.
Die Theorie ist in sich schlüssig und bedarf nur noch einer Praxiserprobung. Dazu möchte ich erneut zur Übersetzung und Verbreitung des Textes aufrufen.
Ihr Detektiv der Zeit
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